
Warum wir unsere Badezimmerheizungen „der Folterkammer“ aussetzen
Wenn Sie schon einmal eine Infrarotheizung im Badezimmer oder auf der Terrasse verwendet haben, wissen Sie, um was es geht. Es handelt sich dabei um eine extrem schwierige Umgebung – mal ist es eiskalt, im nächsten Moment herrscht dichter Dampf und Kondenswasser.
Die meisten Unternehmen checken nur den IP-Schutzgrad und halten das für ausreichend. Wir tun das nicht. Wir unterziehen jede Charge einer „Feuchtigkeits- und Hitzeprüfung“. Im Grunde versuchen wir, die Heizungen bereits vor dem Versand zu zerstören.
Das Problem mit Dampf
Wasserstoffdampf ist äußerst gefährlich: Er ist viel kleiner als Flüssigkeitströpfchen und kann daher durch Abdichtungen dringen, die mit bloßem Auge als luftdicht erscheinen. Zudem ändern sich die Temperaturen in Sekundenschnelle von kalt auf über 500 °C. Dadurch dehnen und ziehen sich die Materialien rasch aus. Es ist, als würde die Heizung „atmen“ und feuchte Luft in das Innere des Apparats saugen.
Falls die Abdichtung am Quarztubus oder an den Leitungen nicht perfekt ist, gelangt Feuchtigkeit zu den elektrischen Kontakten. Das ist schlecht. Deshalb unterziehen wir diese Geräte Hunderten von Stunden lang einer hohen Luftfeuchtigkeit. So können wir Rost oder elektrische Fehler erkennen. Wenn eine Lampe nach 50 Stunden in unserer Prüfkammer kaputt geht, wissen wir, dass sie in Ihrem Badezimmer bereits nach einem Monat ausgefallen wäre. Wir möchten lieber, dass das Gerät hier versagt, statt bei Ihnen zu Hause.
Gegen die „thermische Belastung“
Der Heizelement wird stark beansprucht. Die extremen Temperaturschwankungen bewirken, dass verschiedene Materialien unterschiedlich schnell reagieren. Genau hier versagen meist die „wasserdichten“ Heizungen – die Abdichtung zwischen Glas und Metalldeckel bricht einfach.
Wir nutzen diese Prüfungen, um solche Risse zu erzeugen. Wir beobachten genau den Widerstand des Glühfadens. Wenn dieser ansteigt, bedeutet das, dass die Anschlusspunkte korrodieren. Wir verwenden spezielle Beschichtungen auf dem Quarz, um die Oberfläche sauber zu halten. Doch der eigentliche Kampf findet immer an den Anschlusspunkten statt.
Das Gleichgewicht finden
Man könnte meinen: „Einfach alles in Plastik einschließen!“ Doch da gibt es ein Problem: Schlanke Abdichtungen halten zwar Wasser fern, doch sie halten auch die Wärme zurück. Wenn wir das Gehäuse zu fest abdichten, verbrennen die elektrischen Komponenten innerhalb des Geräts. Es handelt sich dabei um ein Gleichgewichtsproblem – wir brauchen eine wasserdichte Abdeckung, aber gleichzeitig muss das Gerät genug Luft bekommen, damit die Elektronik kühl bleibt. Wir nutzen unsere Prüfdaten, um diesen idealen Punkt zu finden – damit das Gerät den Dampf überstehen kann, ohne von innen heraus zu schmelzen.